Wer in Deutschland ein Zeugnis, eine Geburtsurkunde oder einen Vertrag aus dem Ausland vorlegen muss, stößt schnell auf den Begriff beglaubigte Übersetzung. Viele wissen nicht genau, was damit gemeint ist, wer sie anfertigen darf und warum die einfache Übersetzung vom Bekannten oder aus dem Online-Tool am Amtsschalter oft abgelehnt wird. Dieser Beitrag erklärt verständlich, wann Sie eine beglaubigte Übersetzung brauchen, mit welchen Kosten Sie rechnen sollten und wie der Auftrag in der Praxis abläuft.
Was eine beglaubigte Übersetzung wirklich ist
Eine beglaubigte Übersetzung ist eine Übersetzung, bei der der Übersetzer schriftlich bestätigt, dass sie vollständig und richtig mit dem Original übereinstimmt. Diese Bestätigung steht in der Regel als Beglaubigungsvermerk mit Datum, Unterschrift und Rundstempel auf der Übersetzung. Das Original oder eine Kopie davon wird fest mit der Übersetzung verbunden, damit niemand Seiten austauschen kann.
Wichtig ist, dass der Vermerk nicht die Qualität der Sprache bewertet, sondern die Übereinstimmung der Texte. Rechtlich geregelt ist das Verfahren in Deutschland über die Landesjustizverwaltungen: Ermächtigt oder allgemein beeidigt werden Übersetzer durch die Gerichte der Länder. Den allgemeinen Hintergrund finden Sie auch in der Erklärung zur Beglaubigung auf Wikipedia.
Wann Behörden eine beglaubigte Übersetzung verlangen
Ob Sie wirklich einen beglaubigten Text brauchen, entscheidet nicht die Übersetzungsagentur, sondern die Stelle, bei der Sie das Dokument einreichen. Standesämter, Ausländerbehörden, Universitäten, Gerichte und Notare verlangen ihn besonders häufig. Typische Dokumente sind Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden, Schul- und Hochschulzeugnisse, Führungszeugnisse, Vollmachten, Handelsregisterauszüge und Gerichtsurteile.
Fragen Sie deshalb immer zuerst bei der empfangenden Stelle nach, welche Form genau gewünscht ist. Manche Behörden akzeptieren eine einfache Übersetzung, andere bestehen auf einem Übersetzer aus ihrem Bundesland. Wer hier unsicher ist, findet eine gute Orientierung im Beitrag darüber, wann eine beglaubigte Übersetzung nötig ist. Das spart oft einen zweiten Auftrag und damit Zeit und Geld.
Beglaubigte Übersetzung Kosten: womit Sie rechnen müssen
Die beglaubigte Übersetzung Kosten hängen von mehreren Faktoren ab. Üblich ist eine Abrechnung nach Normzeilen, also Zeilen mit 55 Anschlägen, oder pauschal pro Dokument. Bei Standardurkunden wie Geburts- oder Heiratsurkunden liegen die Preise meist bei einem festen Betrag pro Seite, bei Fachtexten wie Verträgen oder Gutachten steigen sie mit dem Umfang und der Schwierigkeit.
Mehrere Punkte beeinflussen den Endpreis. Seltene Sprachen sind teurer als Englisch oder Französisch, weil es weniger ermächtigte Übersetzer gibt. Eilaufträge kosten einen Aufschlag, ebenso ein schwer lesbares Original, etwa eine handschriftliche Urkunde. Dazu kommen gegebenenfalls Versandkosten für das Original und die beglaubigte Papierfassung. Eine ausführliche Aufstellung mit Beispielen liefert der Ratgeber zu den Kosten einer beglaubigten Übersetzung in Deutschland. Holen Sie am besten zwei oder drei Angebote ein und achten Sie darauf, dass Beglaubigung, Versand und Mehrwertsteuer im Preis enthalten sind.
Beglaubigte Übersetzung online bestellen: der Ablauf in vier Schritten
Die beglaubigte Übersetzung online ist heute ein etablierter Weg und spart den Gang ins Büro. Der Ablauf ist bei seriösen Anbietern fast immer gleich. Im ersten Schritt senden Sie einen gut lesbaren Scan oder ein Foto Ihres Dokuments und nennen Zielsprache sowie Verwendungszweck. Im zweiten Schritt erhalten Sie ein verbindliches Angebot mit Lieferzeit. Danach fertigt ein ermächtigter Übersetzer den Text an und beglaubigt ihn. Zuletzt kommt die Übersetzung per Post, denn die meisten Behörden wollen das Papier mit Originalstempel sehen.
Eine digitale Fassung als PDF kann praktisch sein, ersetzt das Original aber nicht immer. Klären Sie vorab, ob die Stelle ein elektronisch signiertes Dokument akzeptiert. Prüfen Sie außerdem, ob der Anbieter ausdrücklich ermächtigte oder beeidigte Übersetzer einsetzt und nicht nur einen Stempel verkauft. Fragen Sie im Zweifel nach der Ermächtigung und der Registrierung beim zuständigen Landgericht.
Apostille und Legalisation: ein häufig übersehener Schritt
Wenn eine Urkunde im Ausland ausgestellt wurde und in Deutschland anerkannt werden soll, braucht das Original oft eine zusätzliche Echtheitsbestätigung. Zwischen den Vertragsstaaten des Haager Übereinkommens ist das die Apostille, in anderen Fällen die aufwendigere Legalisation. Die Apostille beglaubigt die Unterschrift des Ausstellers, nicht den Inhalt, und sie ist von der Übersetzung getrennt zu betrachten.
In der Praxis bedeutet das: Zuerst besorgen Sie die Apostille für das Originaldokument im Ausstellungsland, dann wird auch der Apostille-Vermerk mitübersetzt. Vergessen Sie diesen Schritt, wird die Urkunde bei der Behörde häufig zurückgewiesen, obwohl die Übersetzung selbst einwandfrei ist.
Typische Fehler, die Zeit und Geld kosten
Der häufigste Fehler ist, die Übersetzung zu bestellen, bevor die Anforderungen der Behörde geklärt sind. Fast genauso oft werden Namen in lateinischer Umschrift falsch geschrieben, weil sie nicht mit dem Reisepass abgeglichen wurden. Geben Sie dem Übersetzer deshalb die gewünschte Schreibweise von Vor- und Nachnamen, Orten und Daten vor. Ein weiterer Stolperstein sind unvollständige Scans: Stempel, Randvermerke und Rückseiten gehören dazu, denn der Übersetzer muss auch sie wiedergeben.
Planen Sie außerdem genügend Zeit ein. Eine Standardurkunde ist oft in ein bis drei Werktagen fertig, bei Zeugnissen oder umfangreichen Verträgen können es mehr werden. Wenn eine Frist drängt, etwa bei einer Visumsbewerbung oder einem Studienplatz, lohnt sich der Expressaufschlag meist mehr als eine abgelehnte Einreichung.
Fazit: gut vorbereitet spart man doppelt
Eine beglaubigte Übersetzung ist kein Hexenwerk, wenn Sie wissen, was die Behörde verlangt, welche Kosten üblich sind und wie die Bestellung abläuft. Klären Sie zuerst die Anforderungen, lassen Sie sich ein klares Angebot geben und stellen Sie vollständige, lesbare Vorlagen bereit. Dann erhalten Sie Ihr Dokument pünktlich, rechtssicher und ohne unangenehme Überraschungen. Bei Davis Translations stehen wir Ihnen dafür gern mit erfahrenen Fachübersetzern zur Seite.